Zähneknirschen beim Schlafen: So können Sie es stoppen - Alltagsausgleich - Weniger Stress, mehr Entspannung!

Zähneknirschen beim Schlafen: So können Sie es stoppen

Zähneknirschen im Schlaf – das bedeutet: Während Sie schlafen, arbeitet Ihr Kiefer auf Hochtouren. Das kann auf Dauer die Zahnoberflächen schädigen und zu zahlreichen weiteren Problemen führen. Wir erklären Ihnen, wie Sie verhindern können, dass Ihre Zähne geschädigt werden und wie Sie das nächtliche Zähneknirschen und die damit verbundenen Schmerzen langfristig eindämmen können.
Unter Zähneknirschen, medizinisch Bruxismus genannt, versteht man das permanente Reiben und Zusammenpressen der Zahnflächen und der Zunge. Meistens geschieht dies während des Schlafes. Bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr ist das Zähneknirschen meist harmlos und sogar nützlich. Bei ihnen ist es oft so, dass ein oder mehrere Milchzähne ungünstig stehen und das intuitive Knirschen abgeschliffen wird. Bei Erwachsenen kann das Zähneknirschen im Schlaf jedoch schwerwiegende Folgen haben.

Warum knirschen wir nachts mit den Zähnen?

Der häufigste Grund für Zähneknirschen im Schlaf ist Stress. Aber auch einseitiges Kauen, Zahn- und Kieferfehlstellungen oder falsch eingesetzte Kronen, Implantate und Füllungen können dazu führen, dass wir unbewusst mit den Zähnen knirschen. Auch neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose gelten als mögliche Ursache.

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Darum ist Zähneknirschen so schädlich

Während die einen ihre Zähne aneinander reiben, pressen andere sie zusammen und üben unbewusst einen Druck von bis zu 400 kg pro Quadratzentimeter aus. Durch diese hohe Belastung werden die Zahnoberflächen abgenutzt, im Extremfall reißen sie sogar ein. Je länger der Bruxismus anhält, desto mehr wird der Zahnschmelz abgeschliffen und der darunter liegende Zahnnerv ist immer weniger geschützt. Oftmals können sich die Folgen des Zähneknirschens auch wie normale Zahnschmerzen anfühlen.

Neben Zahn- und Kieferschmerzen sind die Folgen oft eine verspannte Kiefermuskulatur sowie Kopf-, Nacken-, Gesichts-, Ohren- und sogar Rückenprobleme. Die Symptome sind meist beim Aufwachen am stärksten. Bei manchen Betroffenen knacken die Kiefergelenke, oder sie können den Mund aufgrund der verspannten Kiefermuskulatur nicht weit genug öffnen. Manche Menschen klagen über Tinnitus und Schwindelgefühl. Auch wiederkehrende Kopfschmerzen sind ein häufiges Symptom von Bruxismus. Im Extremfall können Zähne ausfallen, Kieferfehlstellungen und Entzündungen der Kiefergelenke sind mögliche Folgen.

Wie man nächtliches Zähneknirschen bekämpft

Nächtliches Knirschen kann lange Zeit unbemerkt bleiben, Schmerzen und Schäden treten erst nach einiger Zeit auf. Die unspezifischen Symptome lassen sich anfangs nicht eindeutig dem Bruxismus zuordnen. Oft ist es der Partner, der zuerst bemerkt, dass Sie im Schlaf mit den Zähnen knirschen. Dann sollten Sie dringend einen Zahnarzt aufsuchen. Er kann anhand des Zustandes der Zahnoberflächen, des Ober- und Unterkiefers, der Wangen- und Kaumuskulatur feststellen, ob Sie mit den Zähnen knirschen, und eine gezielte Behandlung durchführen.

Fehlstellungen korrigieren

Liegt die Ursache in einem Kieferproblem, z. B. einer Fehlstellung, überweist Sie der Zahnarzt zur entsprechenden Behandlung an einen Kieferorthopäden. Nach einer erfolgreichen Korrektur wird auch das Zähneknirschen aufhören. In den meisten Fällen ist jedoch Stress der Auslöser. Dann müssen andere therapeutische Maßnahmen ergriffen werden.

Stress abbauen

Stress kann viele Beschwerden verursachen und sollte daher immer ernst genommen werden, da er sich auf den gesamten Körper auswirken kann. Das gilt auch für nächtliches Zähneknirschen. Um dem Problem auf den Grund zu gehen, ist es wichtig herauszufinden, was die Ursache ist, was uns so sehr belastet, dass es uns auch nachts nicht aus den Gedanken – und den Zähnen – loslässt. Auslöser können Druck und Anspannung im Beruf sein oder emotionaler Stress, Sorgen, Ängste und Probleme im Privatleben.

Oft hilft es, offen darüber zu sprechen und Dampf abzulassen, statt alles herunterzuschlucken und im Schlaf unbewusst zu verarbeiten. Darüber hinaus können Yoga- oder Tai-Chi-Übungen ebenso helfen wie Entspannungstechniken, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Darüber hinaus tragen aktive Abendrituale zu einem erholsameren Schlaf bei.
Yoga entspannt und verhindert das Zähneknirschen im Schlaf.
Wenn diese Maßnahmen keine Besserung bringen, sollten Sie sich nicht scheuen, eine Psychotherapie in Betracht zu ziehen, die Ihnen hilft, Ihre Probleme zu bewältigen.

Schäden sofort stoppen

Die Ursachen des Knirschens zu erkennen und zu beheben, braucht Zeit. Damit bis dahin keine weiteren Schäden am Kiefer, den Kiefergelenken oder der Zahnsubstanz entstehen und sich die Beschwerden des Patienten nicht verschlimmern, schützt eine so genannte Aufbissschiene die Zähne nachts vor übermäßiger Belastung.
In den meisten Fällen passt der Zahnarzt diese Kunststoffschiene individuell an. Der Patient setzt sie nachts ein und verhindert, dass sich die Zahnflächen berühren oder aneinander reiben. Dadurch entspannt sich auch die Wangen- und Kiefermuskulatur, und die damit verbundenen Kopfschmerzen lassen nach.
Es gibt Zahnschienen, die alle Zähne des Ober- oder Unterkiefers abdecken, und Frontzahnschienen, die über die Schneidezähne gelegt werden. In den meisten Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Schienen. Da sie sich mit der Zeit abnutzen, sollten sie alle sechs Monate vom Zahnarzt kontrolliert werden.

Physiotherapie gegen Verspannungen

Massagen und Wärme bekämpfen die durch Bruxismus verursachten Beschwerden im Schlaf, denn sie lösen Verspannungen und Schmerzen in der Kiefer- und Wangenmuskulatur. Damit sind sie eine ideale Ergänzung zur langfristigen Anti-Stress-Therapie. Auch die gezielte Dehnung der Kiefermuskulatur und Entspannungsübungen haben eine entspannende Wirkung.

Hören Sie auf mit den Zähnen zu knirschen

Die meisten Menschen knirschen vor allem in der Nacht mit den Zähnen. In extremen Stresssituationen neigen manche aber auch dazu, tagsüber den Kiefer fest zusammenzupressen. Außer beim Essen sollten sich die Zähne aber nie berühren. Durch bewusste Steuerung können Sie das Zähneknirschen tagsüber abbauen, am besten langfristig. Gezielte Übungen zur Entspannung der Muskulatur bei hoher Belastung helfen, körperliche und geistige Anspannung abzubauen und mit solchen Situationen besser umzugehen.

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